Beruf. Arbeit. Perspektiven.Schweiz · September 2026
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Bewerbung

Weniger Floskeln. Mehr Belege.

Ein überzeugendes Dossier macht die Verbindung zwischen einer Aufgabe und deiner Erfahrung leicht erkennbar. Dafür brauchst du keine grossen Adjektive.

Redaktion Job Source · · 3 Minuten Lesezeit

Zuerst die Aufgabe verstehen

Bevor du den Lebenslauf umformulierst, lies das Inserat mit einer einfachen Frage: Welches Problem soll diese Person im Team lösen? Markiere drei oder vier Anforderungen, die für den Arbeitsalltag entscheidend wirken. Trenne sie von allgemeinen Beschreibungen wie «dynamisch» oder «motiviert».

Schreibe daneben, welche Erfahrung du jeweils belegen kannst. Das kann eine bezahlte Tätigkeit sein, aber auch ein Ausbildungsprojekt oder eine klar beschriebene ehrenamtliche Aufgabe. Bleibt ein wichtiger Punkt leer, überlege, ob eine verwandte Erfahrung anschliesst oder ob du die Lücke offen ansprechen solltest. Erfinde weder Kenntnisse noch Ergebnisse, um die Liste zu vervollständigen.

Tätigkeiten als Beitrag beschreiben

«Organisationstalent» ist eine Selbsteinschätzung. «Die Abstimmung eines Veranstaltungstermins mit fünf Beteiligten übernommen» beschreibt eine Tätigkeit, über die man im Gespräch reden kann. Stelle bei relevanten Erfahrungen drei Dinge nebeneinander: die Aufgabe, deinen eigenen Beitrag und das Ergebnis, soweit du es verlässlich benennen kannst.

Formulierungsbeispiel — fiktiv

Statt «verantwortlich für Social Media»: «Den wöchentlichen Redaktionsplan gepflegt, Beiträge mit zwei Fachabteilungen abgestimmt und die Veröffentlichung vorbereitet.» Eine Erfolgszahl ergänzt du nur, wenn sie tatsächlich zu deinem Beitrag gehört und belegt werden kann.

Die Verantwortung im Beispiel muss zu deiner wirklichen Rolle passen. Wer zugearbeitet hat, muss keine Projektleitung behaupten. Präzision macht ein Gespräch oft einfacher: Du kannst erklären, was du selbst entschieden hast, wo du Unterstützung brauchtest und was du gelernt hast.

Unterlagen für die lesende Person ordnen

Orientiere dich zuerst an den Vorgaben im Inserat oder Bewerbungsportal. Stelle die relevanten Stationen und Fähigkeiten übersichtlich dar. Eine klare zeitliche Einordnung, verständliche Berufsbezeichnungen und ein ruhiges Layout helfen mehr als ein aufwendiges Design. Erkläre besondere Übergänge knapp, soweit es für das Verständnis deiner Laufbahn nötig ist.

Ein Anschreiben sollte ergänzen, was aus dem Lebenslauf noch nicht hervorgeht: Warum interessiert dich diese konkrete Aufgabe? Welche zwei Erfahrungen passen besonders gut? Was möchtest du als Nächstes beitragen oder lernen? Wiederhole nicht jede Station. Vermeide Text, der mit einem ausgetauschten Firmennamen an jeden Betrieb passen würde.

Gib Dateien eindeutige Namen und prüfe die exportierten PDFs. Achte auf lesbare Scans, die Reihenfolge der Beilagen und die verlangte Dateigrösse. Schicke nur die Unterlagen, die verlangt werden oder für die Beurteilung der Bewerbung sinnvoll sind.

Der letzte Check vor dem Versand

  • Stimmen Firma, Ansprechperson und Stellenbezeichnung an jeder Stelle?
  • Kannst du jede behauptete Fähigkeit an einem Beispiel erklären?
  • Sind Zeitangaben, Kontaktdaten und Dateinamen konsistent?
  • Lassen sich alle PDFs öffnen, und ist jede Seite gut lesbar?
  • Hast du die Vorgaben des Inserats berücksichtigt?
  • Ist die versandte Version gespeichert, damit du dich im Gespräch darauf beziehen kannst?

Eine zweite Person kann den Text auf Verständlichkeit lesen. Bitte sie nicht nur, Tippfehler zu finden, sondern auch diese Frage zu beantworten: «Was würdest du mir nach diesem Dossier zutrauen?» Wenn die Antwort nicht zu deiner beabsichtigten Rolle passt, ist das ein nützlicher Hinweis für die nächste Überarbeitung.