Mit einem Lernziel anfangen
Ein bekannter Firmenname kann interessant sein. Er beantwortet aber noch nicht die wichtigste Frage: Welche Erfahrung fehlt dir für deinen nächsten Schritt? Vielleicht willst du herausfinden, ob dir der Alltag in einer Redaktion liegt. Vielleicht möchtest du lernen, eine Kampagne auszuwerten oder ein Projekt mit mehreren Beteiligten zu koordinieren. Schreib dieses Ziel auf, bevor du Angebote vergleichst.
Eine brauchbare Formulierung lautet zum Beispiel: «Am Ende möchte ich einen kleinen Beitrag von der Recherche bis zur Veröffentlichung begleiten können.» Sie ist konkreter als «Einblick in die Medienbranche». Aus dem Ziel ergeben sich Fragen nach Aufgaben, Werkzeugen, Rückmeldungen und Verantwortung. So vergleichst du Stellen nach dem, was sie dir ermöglichen, statt nur nach dem Titel.
Betreuung muss im Kalender Platz haben
«Du kannst jederzeit fragen» klingt freundlich, ersetzt aber keine verlässliche Ansprechperson. Kläre im Gespräch, wer dich einarbeitet, wer deine Ergebnisse bespricht und was passiert, wenn diese Person abwesend ist. Frage nach einem Beispiel aus dem Alltag: Wie wurde die letzte Praktikantin oder der letzte Praktikant an eine neue Aufgabe herangeführt?
Ein kleines Team kann viel Nähe und Verantwortung bieten. Es kann gleichzeitig wenig Zeit für Erklärungen haben. In einem grossen Betrieb können Abläufe klarer sein, während du nur einen engen Ausschnitt kennenlernst. Beides ist kein pauschales Qualitätsurteil. Entscheidend ist, ob das konkrete Umfeld zu deinem Lernziel passt.
Für das Gespräch
«Welche Aufgabe könnte ich nach der Einarbeitung selbst übernehmen? Wer würde das Ergebnis mit mir besprechen? Und woran würden wir nach sechs Wochen merken, dass ich Fortschritte mache?»
Angebote auf derselben Grundlage vergleichen
Notiere zu jedem Angebot dieselben Punkte. Das verhindert, dass ein sympathisches Gespräch offene Fragen verdeckt. Lass unklare Felder zunächst leer und frage nach; eine Vermutung ist keine Zusage.
- Aufgaben: Welche Ergebnisse sollst du tatsächlich liefern? Wie viel Zeit entfällt auf wiederkehrende Unterstützung?
- Begleitung: Wer ist zuständig, und wann bekommt ihr Zeit für Rückmeldungen?
- Rahmen: Dauer, Pensum, Arbeitsort, Vergütung und vorgesehene Arbeitszeiten.
- Lernen: Welche Werkzeuge, Arbeitsabläufe oder fachlichen Fähigkeiten kannst du vertiefen?
- Abschluss: Ist ein Abschlussgespräch vorgesehen? Wie wird deine Tätigkeit dokumentiert?
Bitte vor der Entscheidung um die wesentlichen Bedingungen in schriftlicher Form. Ein mögliches späteres Stellenangebot solltest du getrennt betrachten: Es kann eine Perspektive sein, ist ohne konkrete Vereinbarung aber kein zugesicherter nächster Schritt.
Den eigenen Fortschritt sichtbar machen
Führe während des Praktikums eine kurze Lernnotiz pro Woche: Was habe ich bearbeitet? Was kann ich jetzt selbstständiger? Wo fehlt mir noch Erklärung? Eine solche Notiz hilft im Betreuungsgespräch und später beim Schreiben des Lebenslaufs. Sie muss keine vertraulichen Dokumente enthalten; beschreibe deinen Beitrag in eigenen Worten.
Wenn du Arbeitsproben mitnehmen oder zeigen möchtest, kläre das vorher mit dem Betrieb. Interne Zahlen, Kundendaten und unveröffentlichte Entwürfe gehören nicht automatisch in ein Portfolio. Ein anonymisiertes Beispiel kann eine Alternative sein, sofern es freigegeben ist.
Die gute Entscheidung ist nicht unbedingt das prestigeträchtigste Angebot. Es ist das Praktikum, bei dem Aufgaben, Begleitung und deine Lebenssituation zusammenpassen — und dessen Nutzen du konkret benennen kannst.