Was zuerst wichtig wird
Eine Stellenbeschreibung nennt oft viele Aufgaben, aber selten ihre Reihenfolge. Starte mit der Frage: «Was sollte in den ersten drei Monaten gut funktionieren?» Die Antwort zeigt, welche Erwartungen kurzfristig bestehen. Du kannst anschliessend erklären, wo du passende Erfahrung mitbringst und wo du Einarbeitung benötigst.
Die zweite Frage lautet: «Welche Aufgabe nimmt in einer normalen Woche am meisten Zeit in Anspruch?» Sie übersetzt einen Titel in den Alltag. Eine Projektrolle kann beispielsweise überwiegend Koordination bedeuten, obwohl das Inserat die Strategie betont. Das muss kein Nachteil sein — du solltest es nur vor der Entscheidung wissen.
Wie die Zusammenarbeit tatsächlich aussieht
«Mit wem arbeite ich am häufigsten zusammen, und wie stimmen wir uns ab?» ist die dritte Frage. Sie macht Schnittstellen sichtbar: ein enges Zweierteam, mehrere Fachabteilungen oder viele wechselnde Kontaktpersonen. Frage bei Bedarf nach einem typischen Ablauf, etwa der Übergabe einer Aufgabe oder der Freigabe eines Ergebnisses.
Viertens: «Was passiert, wenn mehrere dringende Aufgaben gleichzeitig ankommen?» Hier geht es um Priorisierung und Entscheidungswege. Die interessante Antwort ist nicht «Wir bleiben flexibel», sondern wer mit dir klärt, was zuerst erledigt wird und was warten kann.
Fünftens: «Wie bekomme ich Rückmeldungen zu meiner Arbeit?» Du suchst keine Garantie für einen perfekten Führungsstil. Du willst verstehen, ob Rückmeldungen im Alltag, in festen Gesprächen oder erst bei Problemen stattfinden.
Den Einstieg und offene Punkte klären
Die sechste Frage: «Wie sieht meine Einarbeitung konkret aus?» Frage nach Ansprechpersonen, den ersten Aufgaben und dem Zugang zu nötigen Werkzeugen. Gerade bei einem Berufswechsel ist wichtig, welche Kenntnisse vorausgesetzt werden und was im Betrieb gelernt werden kann.
Zum Abschluss eignet sich: «Gibt es in meinem Profil noch einen Punkt, den wir genauer besprechen sollten?» Damit lädst du zu einer Klärung ein, ohne eine sofortige Bewertung zu verlangen. Halte eine kurze, ehrliche Erklärung für naheliegende Fragen bereit, zum Beispiel zu einem Branchenwechsel oder einer längeren Unterbrechung.
Bei einem Teilzeitpensum ergänzen
«Wie werden Aufgaben und Erreichbarkeit auf die vorgesehenen Arbeitstage verteilt? Wer übernimmt bei Abwesenheiten?» Ein Prozentwert allein beschreibt noch keinen funktionierenden Wochenablauf.
Direkt danach drei Dinge aufschreiben
Notiere nach dem Gespräch: Was weiss ich jetzt sicher? Was ist noch offen? Was passt zu meinen eigenen Prioritäten? Trenne Aussagen des Betriebs von deinem Eindruck. «Einarbeitung durch die Teamleitung, zwei feste Termine pro Woche» ist eine konkrete Information. «Wird schon gut betreut sein» ist eine Annahme.
Du musst nicht alle sieben Fragen in jedem Gespräch stellen. Wähle diejenigen, die nach dem bisherigen Austausch noch nicht beantwortet sind. Hört dein Gegenüber gerade aufmerksam zu und gibt konkrete Beispiele, darf daraus ein Gespräch entstehen. Ein starres Abfragen der Liste würde diese Chance verschenken.
Frage am Ende nach den nächsten Schritten und dem vorgesehenen Zeitrahmen. So weisst du, wann eine Rückmeldung zu erwarten ist und wann ein sachliches Nachfragen sinnvoll sein kann.